Über Völlegefühl im Kopf

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Jahre war für mich, zu verstehen, wie wertvoll Pausen für den kreativen Prozess bzw. Arbeitstag sind.

Mir war schon klar, dass Pausen wichtig sind. Allerdings habe ich sie falsch genutzt.

Anstatt wirklich Pause zu machen, also nichts zu tun, habe ich sie genutzt, um Podcasts zu hören, zu lesen oder  die Zeit mit irgendwas anderem “Sinnvollen” zu füllen.

Nichtstun, dachte ich, ist Zeitverschwendung.

Tja, falsch gedacht.

Tatsache ist, dass, wenn wir aktiv mit einer Aufgabe beschäftigt sind und danach eine Pause einlegen, um zum Beispiel einen Spaziergang zu machen (ohne Podcast zu hören), unser Gehirn nur zu fünf bis zehn Prozent weniger aktiv ist.

Heißt andersrum, es ist noch zu ca. 95 Prozent weiter mit der Aufgabe beschäftigt, ohne dass wir es merken.

Pausen sind wichtig, damit das Gehirn die Chance hat, das, womit wir uns aktuell beschäftigen, mit unserem schon bestehenden Wissen und den Erfahrungen zu verknüpfen.

So lösen sich manche Probleme manchmal von ganz allein, einfach, weil wir dem Gehirn die Chance geben, die richtigen Dinge miteinander in Verbindung zu bringen.

Seit ich das weiß und jetzt ganz bewusst Pausen in meinen Arbeitsalltag baue – egal, wie sehr die Deadline drängt – arbeite ich viel entspannter UND PRODUKTIVER!

Mein Kopf ist einfach frischer und klarer, weil er Zeit genug hat, zwischendurch mal aufzuräumen.

Ich merke jetzt auch sofort – körperlich –, wenn ich zu wenig Pause mache.

Heute nachmittag zum Beispiel litt ich sehr deutlich unter Völlegefühl im Kopf.

Ich kann es nicht anders beschreiben. Da ging nix mehr. Alles dicht.

Und trotzdem – obwohl ich’s inzwischen ja besser weiß – bin ich kurzzeitig doch wieder in dieses Denkmuster zurückgefallen:

“Ach komm, ich mach das noch eben schnell fertig, dann mach ich Pause.”

Nee! Eben nicht!

Wenn Dir Dein Körper klar und deutlich sagt, dass jetzt Pause angesagt ist, dann glaub ihm das!

Also hab ich mir nen schönen Kaffee gemacht, hab mich auf den Balkon gesetzt und die Sonne und das Nichtstun genossen.

Nach nem Stündchen hatte sich der Knoten im Kopf aufgelöst und ich hab ganz entspannt und zügig das gemacht, woran ich mit Knoten wahrscheinlich doppelt so lang, mit zehn Mal so wenig Spaß und schlechterem Ergebnis weitergearbeitet hätte.

About the author

Carmen Radeck

Carmen ist Journalistin, Autorin und leidenschaftliche Aktivistin für die Gründerszene im Pott. Seit 2014 betreibt sie das Startup-Portal RuhrGründer.de und ist Mitgründerin von Events wie RuhrSummit, Fuckup Nights Ruhrgebiet und Female Founders Ruhr.

By Carmen Radeck

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